Aufgetischt! Daniel Spoerri und Vera Mercer

 
   
Aufgetischt! Daniel Spoerri und Vera Mercer

Ausstellung im Künstlerhaus Marktoberdorf |
Museum für zeitgenössische Kunst

vom 16. Februar bis 19. Mai 2019

„Wenn alle Künste untergehn, die edle Kochkunst bleibt bestehn“

Aufgetischt! - so der Titel der Ausstellung. Der „Tisch“,
der bei Daniel Spoerris Fallenbildern zum Bildträger wird,
stellt auch bei Vera Mercer den Boden für Ihre fantastischen
Foto-Stillleben dar – Wir „tischen Ihnen eine großartige Auswahl
an Kunstwerken von Daniel Spoerri und Vera Mercer auf!

Daniel Spoerri

wurde vor allem durch seine »Fallenbilder« (»Tableaux piège«) weltbekannt.
Das sind auf Tischplatten fixierte Überreste einer Mahlzeit oder
einer anderen zufällig vorgefundenen Situation (Arbeitstisch oder Flohmarktstand).
Eingefangen wird damit ein Stück Alltagswirklichkeit wie in einer Falle ("piège").
Mit dem »Restaurant Spoerri« und der dazu gehörigen »Eat Art Galerie«,
die er 1968 in Düsseldorf eröffnete, wurde Spoerri zum Begründer der Eat Art.

Eat Art, das ist für Daniel Spoerri das Essen und Kochen als Teil des Lebenszyklus.
Seine Kunst umfasst Objektkunst und Prozess-Kunst,
denn der aufgeklebte Moment ist nur ein Aspekt eines Gesamtzyklus,
zu dem Leben und Tod, Verwesung und Wiedergeburt gehören.
Zentrale Themen in seinem Werk sind der Geschmackssinn des Menschen und
das Hinterfragen von Essgewohnheiten.
Die Verfremdung von Speisen stellt überlieferte Sinneswahrnehmungen und
Traditionen in Frage oder irritiert sie zumindest.

Vera Mercer

Das Thema um Markt, Küche, Essen und Kunst entdeckt sie für sich in den 1960-er Jahren,

als sie bei den nächtlichen Streifzügen mit Jean Tinguely und Daniel Spoerri (den sie 1958 heiratet)
in den Pariser Markthallen „Les Halles“ fotografiert: Nahrung wie
Früchte und Gemüse, Fleisch und Fisch im ganzen Stück oder in Teilen.
In den 1960-er Jahren wird sie gemeinsam mit Spoerri Teil
der Pariser Künstler- Avantgarde um Marcel Duchamp und
Robert Filliou, Niki de Saint-Phalle und Jean Tinguely.

Heute lebt Vera Mercer in Omaha und Paris,
hat mit ihrem zweiten Mann mehrere Restaurants eröffnet und
ist ihrem künstlerischen Thema ums Essen treu geblieben.
Die Einkäufe vom Markt werden später im Studio zu Stillleben arrangiert - deren Zubereitung und
das Verspeisen schließen den Kreis und so verbinden sich Leben und Werk.

Sie stellt sich mit ihren opulenten Blumen-, Früchte- und Tierstillleben
jenseits zeitgenössischer Kunstmoden. In manchen Stillleben rückt Mercer
die jeweilige Aufnahmesituation insbesondere durch extreme
Größenverhältnisse ins Absurd-Surreale. Frisches Obst oder Fisch,
halb verblühte Blumen und Tierknochen, also alle Grade der Vergänglichkeit,
existieren ein-trächtig nebeneinander. Klassische Vanitasmotive wie Schädel oder
halb heruntergebrannte Kerzen gemahnen – als Memento mori - symbolhaft
an die eigene Sterblichkeit.

Die Ausstellung „Aufgetischt! Daniel Spoerri und Vera Mercer“ wird
von der Franz Schmid Stiftung finanziert.

Bilder

14.01.2019 Das Museum ist aktuell wegen Ausstellungsaufbau geschlossen!
Das Museum eröffnet am 16. Februar 2019 die neue Ausstellung „Aufgetischt! Vera Mercer und Daniel Spoerri“ – wegen Ausstellungsaufbau ist bis dahin leider geschlossen. mehr...